Unser erster Trip nach Kapstadt

Ein Reisebericht aus Südafrika 2020

Reisebericht aus Kapstadt | Magazin - Mr. Düsseldorf | Kapstadt Panorama

Kapstadt scheint momentan eine Trenddestination für reisefreudige Düsseldorfer zu sein. Aber wieso überhaupt? Nachdem wir im Januar 2020 zum ersten Mal dort waren, fallen uns viele Gründe ein, um sehr bald dorthin zurück zu kehren. Wer gerne gut isst, trinkt und die wärmende Sonne sowie spektakuläre Natur liebt, sollte weiterlesen. 

Kapstadt – Mutterstadt Südafrikas

Seinen Namen erhielt Kapstadt nach dem Kap der Guten Hoffnung, das etwa 45 Kilometer südlich der City liegt und in dunkler Vorzeit eine echte Gefahr auf dem Seeweg nach Indien darstellte. Da Kapstadt die erste Stadtgründung der südafrikanischen Kolonialzeit war, wird es gelegentlich als „Mutterstadt“ oder “Mother City” bezeichnet.

Der Flug nach Kapstadt ist lang, rund 12 Stunden. Aber dafür hat man nur eine Stunde Zeitverschiebung, d.h. kein Jetlag, was für mich persönlich ein gutes Argument ist. Fliegen kann man beispielsweise bequem direkt ab Frankfurt. Das Klima Kapstadts ist durch seine Lage am Atlantik geprägt. Entsprechend gibt es nur leichte Temperaturschwankungen. In den Sommermonaten Dezember bis Februar liegen die Temperaturen um 24 bis 25 Grad und daher ist dies auch die beliebteste Reisezeit.

Ankommen in Seapoint

In der ersten Woche hausierten wir in einem wunderschönen Apartment im Trendviertel Seepoint. Apropos: Apartments zur Miete gibt es hier zu Hauf, beispielsweise über Airbnb, und davon sind sehr viele top bewertet. Wer also kein klassisches Hotel möchte, findet in Kapstadt garantiert eine gute, preiswerte Unterkunft. Unser Apartment-Komplex verfügte sogar über einen gemeinsam genutzten Rooftop-Pool und ein kleines Gym. Seepoint liegt direkt am Wasser, ist weniger touristisch als die Waterfront aber dennoch nah an der City und allen Attraktionen.

Zum Frühstück ging es regelmäßig ins Scheckters Raw – für “healthy foodies” ein must-try. Mittags ist man schnell am Beach, zum Beispiel in Clifton und Abends fuhren wir mit unserem Mietwagen oder dem Uber in 5-15 Minuten in jedem beliebigen Stadtteil, samt guter Restaurants, Bars und Co. Apropos Mietwagen: In Südafrika herrscht Linksverkehr. Das ist zwar kein Problem aber für einige sicherlich ungewohnt und sollte daher bedacht werden. Mietwagen kosten dort übrigens nur einen Bruchteil von den Preisen, die wir gewohnt sind.

What to do? And where to eat?

Wir starteten an unserem ersten Tag in Kapstadt direkt mit einem Ausflug ins malerische Weingebiet rund um Stellenbosch und Franschoek. Hierhin kehren wir am Ende der Reise nochmal für 2 volle Tage zurück, aber bei nur rund 45-60 Minuten Anfahrt ist auch ein Tagestrip kein Problem. Die Gegend ist einfach wundervoll und die Natur weitestgehend unberührt. Hier wachsen großartige Reben und die Weingüter empfangen Besucher sehr herzlich. Fast überall kann man hervorragend essen, den Tag verbringen, an Tastings teilnehmen oder gar in Gästehäusern übernachten. Mehr dazu später.

Auf unseren ersten Sonnenuntergang in Franschoek folgte der Sonnenaufgang in Kapstadt und dafür ist der Lions Head prädestiniert. Die morgendliche Wanderung dauert ca. 1-1,5 Stunden. Der Start des Wanderweges, der teilweise steil und durch Leitern und Ketten gesichert ist, befindet sich an der Signal Hill Road (am Ende der Forestry Road). Hier gibt es auch einen kleinen Parkplatz, der aber schnell gefüllt ist. Es heißt also früh raus aus den Federn und ggf. nicht die Taschenlampen und das Wasser vergessen. Wir starteten gegen 6 und hatten einen fantastischen, aktiven Morgen. Danach ging es zu einem leckeren Frühstück ins Jason’s Bakery samt Avo-Smash-Sandwiches und Poached Eggs. Den Tafelberg haben wir uns übrigens gespart. Wer auch hier noch hochklettern möchte, kann danach entspannt mit der Seilbahn wieder runter fahren. Für unsere erste Kapstadt-Reise sollte ein Berg aber zunächst genügen. Der Tafelberg ist von unten bzw. vom Lions Head aus betrachtet sowieso schon beeindruckend genug. Wir müssen uns außerdem ja noch etwas fürs nächste Mal aufsparen.

Ebenfalls aufgespart haben wir uns noch eine Liste von bestimmt 50+ Restaurants, die wir nicht besuchen konnten. Kapstadt und Umgebung ist ein einmaliges Reisziel für alle Foodies. Man kann fast garnicht schlecht essen, selbst wenn man sich Mühe geben würde. Dazu ist es noch deutlich günstiger als in Deutschland. Viele Lebensmittel werden hier regional angebaut und das Wetter sorgt für vollreifes Obst und geschmacksintensives Gemüse. Fisch und Fleisch wird in den guten Lokalen sehr bewusst eingesetzt und kommt fast immer aus nachhaltiger Tierhaltung bzw. Fischerei. Man müsste einen eigenen kulinarischen City-Guide für Kapstadt schreiben, der darüber hinaus wöchentlich angepasst wird, aber einige Lokale möchte ich hier dennoch nennen: La Tête, The Shortmarket Club, Willoughby & Co. oder Kloof Street House. Probiert euch durch!

Noch mehr Ausflugstipps

Natürlich haben wir uns auch die berühmten Pinguine am Boulders Beach in Simon‘s Town nicht entgehen lassen. Am besten kommt man früh oder am späten Nachmittag vorbei, dann sind die kleinen Frackträger nämlich am aktivsten. Wir hatten Glück und konnten mit einem Pinguin, der unbedingt unseren Weg kreuzen wollte, auf Tuchfühlung gehen. Manchmal kann man auch mit den süßen Tieren schwimmen. Aber Vorsicht: Im Wasser sind sie uns überlegen und können auch mal aggressiv werden. Es ging natürlich alles gut und wir hatten einen super Morgen hier.

Apropos Wasser: Eine schöne Sache ist auch die Kayak Tour entlang der Skyline der Stadt. Am besten bricht man morgens um 7 Uhr direkt – dann ist die Chance Delfine zu sehen am größten. Wir haben tatsächlich zweimal eine Flosse erblicken können, aber für das entscheidende Foto waren wir dann nicht schnell genug. Ein möglicher Anbieter ist z.B. Atlantic Outlook.

Weiter ging es zum Kap der Guten Hoffnung, was landschaftlich super schön und somit auf jeden Fall ein Foto wert ist. Leider ist es touristisch total überlaufen und mittlerweile ist der Eintritt auch unverhältnismäßig teuer. Eher nicht zu empfehlen! Danach fuhren wir weiter über Noordhoek, wo man z.B. bei The Dunes für umgerechnet ca. 40€ am Noordhoek Beach, dem längsten Strand Kapstadts, ausreiten gehen kann. Ein Traum! Zurück nach Hause nahmen wir den Chapmans Peak. Haltet die Kameras bereit, denn hier erwartet euch ein grandioser Ausblick und ein phantastischer Sonnenuntergang!

Luxus im Silo Hotel an der Vicotria & Alfred Waterfront

Die zweite Hälfte unserer Kapstadt-Reise wollten wir direkt an der sogenannten Victoria & Alfred Waterfront verbringen. Dort eröffnete am 1. März 2017 das spektakuläre Silo Hotel, das neueste Luxus-Boutique-Hotel von The Royal Portfolio, der Gruppe feiner südafrikanischer Privathotels von Liz Biden. Wir fuhren mit unserem Mietwagen in die hoteleigene Tiefgarage (kostenlos für Gäste) und ab dann kamen wir aus dem Staunen kaum noch heraus. Das Silo Hotel befindet sich in einem historischen Getreidespeicher und wurde als Teil des ebenfalls neuen Kunstmuseums “Zeitz Museum of Contemporary Art Africa” (Zeitz MOCAA) konzipiert, welches in jedem Fall einen Besuch wert ist. So wurden das über 9 Etagen reichende Museum, sowie das 6-stöckige Hotel zu neuen Meilensteinen in Kapstadts Architektur-Szene.

Das Silo Hotel umfasst nur 28 luxuriöse Zimmer sowie ein Penthouse, alle mit einem Panoramablick auf den Tafelberg und den Atlantischen Ozean. Besonders markant von innen wie außen: die sich nach außen wölbenden Verglasungsplatten, die den Fenstern einen aufgeplusterten Effekt verleihen. Auf dem traumhaften Rooftop mit Pool und Bar konnten wir schwimmen, etwas Essen & Trinken oder einfach das schöne Sein genießen. Es war zwar etwas kühl und windig, aber wir ließen es uns nicht nehmen im Infinity Pool zu planschen und die Aussicht zu genießen.

Auch das Frühstück im hoteleigenen Restaurant war entzückend. Die Veggie-Variante mit frischer Avocado, Halloumi, Bohnen, frischem Obst, Gebäck uvm. hatte es uns angetan, aber auch die Fleischfreunde kommen hier auf ihre Kosten. Man hat den Eindruck hier wird alles mit viel Liebe selbst gemacht und der Service war sowieso ausgesprochen nett und bemüht. Eine kleine Massage im Spa durfte natürlich auch nicht fehlen – auch hier: super Service. Wir wären am liebsten garnicht mehr ausgezogen und können behaupten, dass das Silo wohl zu den besten Hotels der Welt zählt. Leider hat alles mal ein Ende…

Safari & Wein

Von der Waterfront ging es weiter auf eine kleine Safari in ein privates Reservat. Eine Übernachtung muss schon sein, denn wenn man sowohl am frühen Abend als auch ganz früh morgens eine Ausfahrt macht, sind die Chancen am größten die “Big 5” zu sehen. Wir freuten uns ganz besonders auf diesen Programmpunkt. Man kann behaupten, dass wir ausgesprochenes Glück hatten, denn wir sahen unheimlich viele Wildtiere inklusive Hippos, Löwen, Elefanten, Nashörnern, Zebras und Co. Nur der Leopard hat sich erfolgreich versteckt. Ein tolles Erlebnis! Im nächsten Jahr möchten wir dies gerne wiederholen, dann aber in einem größeren Reservat.

Die letzte Station unserer Reise führte uns wieder ins Weingebiet rund um Franschoek. Hier erwarten euch phantastische Restaurants, tolle Weine und eine spektakuläre Natur mit beeindruckenden Anwesen und Weingütern. Von Mullineux & Leeu, über Rickety Bridge und Glenwood bis hin zu Le Lude oder Charmonix sitzt hier die Crème de la Crème des südafrikanischen Weinbaus – und so gut wie überall kann man probieren und genießen.  Wir wohnten in einem charmanten Guesthouse namens Cape Vue mit romantischen Zimmer, kleinem Pool, sehr familiärem Service, tollem Frühstück und mit einem unglaublichen Blick über die Berge. Zu Empfehlen!

Einige der besten Restaurants des Landes sind hier in Franschoek angesiedelt wie z.B. La Petite Colombe, La Coin Francais (hier genossen wir ein wunderbares 6-Gang-Tasting Menü), Chefs Warehouse oder Foliage. Bitte reserviert rechtzeitig in der Saison! Besonders toll fanden wir noch die Gärten des Estates von Babylonstoren. Ein Traum in lavendel und weiß mit dem Restaurant Babel, welches ausschließlich Zutaten aus eigenen Anbau verwendet. Unbedingt hingehen, durch den Garten flanieren, essen und genießen (nur Lunch)!

Fazit

Nach 2 Wochen wurde es Zeit, die Heimreise anzutreten. Leicht gebräunt, ein paar Kilo schwerer und sehr zufrieden steigen wir wieder in den Flieger Richtung Frankfurt.
Es war toll mit dir, Capetown. Wir kommen wieder. Eine echte Empfehlung von uns!