Chelsea Piers Bar

Über die Kunst der Mixologie und das Ankommen im sicheren Hafen

Chelsea Piers | Mr. Düsseldorf | Bild: Melanie Zanin

Mixologie am Medienhafen: Das Chelsea Piers hat sich mit edlem Wohlfühlcharakter, perfektem Service und raffinierten Rezepturen ganz der anspruchsvollen Barkultur verschrieben.

Bequeme Samtsitze, holzvertäfelte Wände, modern geschliffene Kristallleuchter: Inmitten der modernen Architektur des Hafens tauche ich plötzlich ein in eine andere Zeit. Denn das Chelsea Piers vereint als klassische Cocktailbar den ehrwürdigen Stil der britischen Aristokratie mit der Coolness einer New Yorker Szene-Adresse – beides Ursprünge der Barkultur. Die hohe Decke ist in British Racing Green gestrichen, die Bartender tragen klassische weiße Sakkos und gezwirbelten Schnurrbart, aus den Boxen schnurrt Max Raabe Chansons. Hinter den Glasfenstern der beeindruckend hohen, indirekt beleuchteten Bar glitzert der Hafen ruhig vor sich hin. Der ganze Raum strahlt eine elegante Wärme, ein edles Wohlbehagen aus. Hier trinkt man mit Stil. Perfekte Gläser, hausgemachte Säfte, Sirups und Infusionen, handgeschnitzte Eisblöcke – im Chelsea Piers wird auf wirklich jedes Detail geachtet. Und man schmeckt den Unterschied.

Außergewöhnliche Eigenkreationen

Mit dem Chelsea Piers hat der bekannte Gastronom und Bartender Serkar Barzani eine neue Perle der Düsseldorfer Barszene geschaffen. Vor vier Jahren eröffnete er die Pearl’z Bar in Bochum und machte sie schnell über die Grenzen des Ruhrgebiets bekannt. Jetzt ist er an einer der Top-Adressen der Stadt angekommen: der Kaistraße. Das Ambiente übersetzt die Eleganz der 20er Jahre in die Neuzeit und schafft immer wieder einen beeindruckenden Spagat aus Nostalgie und Moderne. An gleich drei Mixing Stations kreieren bekannte Namen der Barszene klassische Drinks nach Originalrezeptur ebenso wie außergewöhnliche Eigenkreationen. Im Sommer wartet eine großzügige Terrasse mit wunderschönem Blick über das Hafenbecken auf die Gäste. Und im Laufe des Abends wird aus stimmungsvollen Chansons lässiger Funk, Soul und Hiphop.

Ingwer-Scrub und Steinpilz-Geist

Ob raffinierte Eigenkreationen oder Interpretationen bekannter Cocktails: Perfekte Drinks stehen im Mittelpunkt des Chelsea Piers: 25 verschiedene Sorten wird man bald auf der saisonal wechselnden Karte finden – vom erfrischenden „Sea Breeze“ mit Lime-Gin, hausgemachtem Limecordial und Salty Fingers bis zum exotischen Geschmack von „Réunion“ mit Revolte Rum, Thai Basilikum, Orgeat, Limette und Anis. Selbst Kenner werden Kreationen wie „Beverly Pilz“ überraschen – eine gekonnte Mischung aus hausgemachtem Steinpilz-Geist, Rittenhouse Rye, Punt e Mes und Ferro Chino Baliva. Ein unvergessliches Geschmackserlebnis ist „Penizillin“ mit geräuchertem Whiskey, frischem Ingwer-Scrub, Zitrone und Honig. Wer etwas Klassisches bevorzugt: Den eigenen Lieblingscocktail bereiten die Bartender selbstverständlich auf Wunsch zu.

Gläsernes Laboratorium

Vom Sitzbereich mit bequemen 56 Plätzen aus hat fast jeder Gast uneingeschränkten Blick auf die Bar. Ein Hingucker ist das gläserne Laboratorium. Dort wird vor den Augen der Gäste destilliert, experimentiert und geklärt. Aromatische Shrubs, Infusionen und frische Säfte zubereitet. Denn nur hochwertigste Spirituosen und hausgemachte Zutaten kommen im Chelsea Piers ins Glas. Auf Wunsch wird Gästen jeder Schritt der Sous-Vide-Geräte und Rotationsverdampfer erklärt. Wer mehr über Barkultur lernen will, kann hier an Workshops, Tastings und Schulungen teilnehmen. Und bald sogar ein eigenes Tonic mit noch geheimer Geschmacksrichtung probieren, das Serkar Berzani gemeinsam mit Goldberg auf den Markt bringen will. In Zukunft findet man auf der Karte sogar geklärte Drinks, also ganz besonders geschmacksintensive Cocktails voller Aromen, die aber aussehen wie Wasser. Rein, elegant und außergewöhnlich – wie das Chelsea Piers.

Serkar Barzani hat mir noch ein paar Fragen beantwortet über die Hintergründe des Chelsea Piers und das Geheimnis des perfekten Drinks.

Was hat dich nach Düsseldorf verschlagen?

Nachdem ich mit der Pearl’z Bar in Bochum innerhalb kurzer Zeit sehr viel erreicht habe, wollte ich mich kreativ entfalten und weiterentwickeln. Dafür kam nur eine internationale Stadt wie Düsseldorf in Frage. Nachdem ich diese Immobilie auf der Kaistraße gefunden habe, wusste ich: Das ist der perfekte Ort!

Wie kamst du auf den Namen Chelsea Piers?

Chelsea Piers ist New Yorks Landehafen. Der Ort, an dem man nach einer langen Reise ankommt. Dieses Gefühl möchte ich mit meiner Bar vermitteln. Hinzu kommt, dass Cocktails im New York der 20er Jahre erfunden wurden und die Barkultur der Stadt inspirierend ist. Und der Name passt perfekt zum Medienhafen hier in Düsseldorf.

Chelsea Piers | Mr. Düsseldorf | Bild: Melanie Zanin

Wie würdest du das Konzept der Bar beschreiben?

Klassisch und modern, gemütlich und innovativ. Wir möchten ein Wohnzimmer schaffen für alle Liebhaber anspruchsvoller Drinks. Wir lieben und leben Barkultur.

Worauf kommt es bei einem guten Cocktail an?

Für die Qualität eines Cocktails sind fünf Säulen entscheidend. Das Eis ist wichtig – je kompakter, desto weniger Schmelzwasser kommt ins Glas. Dann spielt die Hochwertigkeit der Spirituose die essentielle Rolle für den Geschmack. Hinzu kommt die Frische der Säfte und die Qualität der Sirupe – beide werden bei uns hausgemacht. Und schließlich natürlich die Art der Zubereitung: gerührt oder geschüttelt.

Wie in einer offenen Küche kann man in eurem Labor den Bartenden bei verschiedenen Prozessen zusehen. Warum war dir das wichtig?

Die Gäste sollen sehen, wie viel Aufwand und Handarbeit in einem guten Drink stecken.
Je weniger Zutaten ein Cocktail hat, desto komplexer wird die Zubereitung, desto ausgewogener die Rezeptur. In dem Labor kann unser Team Aromen, Infusionen und Zutaten vor den Augen der Gäste herstellen – selbst bei vollem Betrieb. Das schafft Wertschätzung und Respekt für die Kunst des Mixens.

Fotos: Melanie Zanin für Mr. Düsseldorf

Chelsea Piers | Kaistraße 18 | 40221 Düsseldorf | 0176 32919464