Wochenendtrip nach Paris

Ein Reisebericht aus der Stadt der Liebe

Photo by Rodrigo Capuski on Unsplash

Ein Kurztrip nach Paris? Klingt für viele nach einem teuren, aufwendigen Spaß. Dabei ist man von Düsseldorf schneller in der französischen Hauptstadt als in Hamburg. Schneller als nach Berlin oder München reist man allemal. Ich war für 2 Tage in der Stadt der Liebe und habe euch ein paar Tipps für eine Reise ab Düsseldorf mitgebracht.

Man kann natürlich darüber streiten und lange debattieren. Für mich persönlich ist und bleibt Paris jedenfalls eine der schönsten Städte der Welt. Das „savoir-vivre“, die kleinen Straßencafés in denen schöne Menschen bei Wind und Wetter draußen sitzen, rauchen und Wein oder Café trinken, die unzähligen tollen Restaurants, Brasserien und Bistros, die Museen und Ausstellungen, die fantastischen Gebäude und Paläste entlang der Seine, die kleinen Gassen im Viertel Saint-Germain-des-Prés…ich könnte ewig so weiter machen.

Klar ist Paris teuer. Aber ich finde es derart toll, dass ich liebend gerne meine 10 Euro für einen Café au Lait im Café de Flore löhne, wenn ich schonmal dort bin. Ich sehe das als eine Art Kurtaxe oder Spende für die Instandhaltung dieses Lebensgefühls. Das ist es mir wert. Natürlich geht Paris auch günstiger. Aber mal von vorne…

Die Anreise

Von Düsseldorf reist man am besten mit dem Thalys-Zug an. Der Thalys fährt ab Düsseldorf Hauptbahnhof oder Flughafen mehrmals täglich direkt und ohne Umsteigen nach Paris in rund 3:45 Stunden. Das ist schneller als Fliegen (von Tür zu Tür). Günstiger ist es in der Regel auch, wenn man alle Kosten einrechnet, selbst wenn man ein Schnäppchen-Flugticket erwischt. Das Auto ist keine Option für mich – dauert zu lange und Parken in Paris ist nicht nur katastrophal sondern eher unmöglich.

Wer es komfortabel mag, bucht die erste Comfort-Klasse im Thalys und reist ultra-bequem auf fetten Sesseln, wird bedient, erhält Speis & Trank und hat kostenloses Wifi (Letzteres hat man übrigens im ganzen Zug).

Das Boutique Hotel

Angekommen am Gare du Nord stellt sich die Frage wo man wohnt. Das hat man bestenfalls natürlich schon vor der Abreise geklärt. Hotels in Paris gibt es viele – in allen Preisklassen. Ein Tipp von mir: ein brandneues, wunderschönes Boutique Hotel mitten im Zentrum ist das Le Roch Hotel & Spa.

Das Le Roch ist kein Hotel von der Stange. Das Interior-Design ist spektakulär, die verwendeten Materialien, die Möbel und die Ausstattung vom allerfeinsten. Es gibt einen kleinen Pool, ein Hammam, einen Fitnessraum und ein Spa für Behandlungen.

Das hoteleigene Restaurant und die Bar sind großartig. Nicht nur für das kleine aber feine Frühstück – auch Lunch und Dinner machen hier Spaß. Man trifft hier viele gut gekleidete und interessante Menschen aus aller Welt, auch viele Pariser, die das Le Roch offenbar schätzen. All das wäre aber nichts wert ohne den sehr persönlichen und unglaublich netten Service. Hier bekommt selbst das Haustier ein Bett gemacht und tägliches Catering im Hotelzimmer. Der Concierge lässt keine Wünsche offen. Alles in allem eine sehr runde Sache und ich würde jederzeit wieder hier einchecken.

Le Roch Hotel & Spa

Von der Brasserie bis zum Sternerestaurant

Ok, man will ja nicht jedenTag im Hotel essen. Da habe ich einen Tipp: Die Brasserie Réjane, ebenfalls sehr zentral gelegen und 5 Minuten fußläufig vom Le Roch, bietet neue Kreationen und klassische Brasserie Gerichte mit dem sogenannten Twist. Wir hatten frische Austern, ein Doraden-Ceviche und Avocado Carpaccio als Vorspeisen. Anschließend gab es einen Salat mit Ziegenkäse und ein vegetarisches Hauptgericht mit viel frischem Gemüse. Aber auch Fleischfreunde kommen hier voll auf ihre Kosten. Das Kalbskotelette und das Bœuf Bourguignon am Nachbartisch sahen toll aus. Wir hatten allerdings Mittags schon zu sehr zugeschlagen. Desert und Käse gehen jedoch immer. Die Auswahl an hausgemachten Leckereien wird am Tisch präsentiert – da konnten wir nicht anders.

Die Weinkarte ist übrigens sehr stark für eine Brasserie. Bis zu den Grand Crus aus dem Bordeaux (Château Latour, Lafite-Rothschild und Co.) findet man alles. Aber auch der gute Einstieg ist vertreten. Wir hatten einen wunderschönen weißen Burgunder, einen Chardonnay aus Rully, für faire 60 Euro. Generell ist das Preisniveau für die gebotene Qualität sehr moderat für Pariser Verhältnisse. Auch in der Brasserie Réjane gilt wieder: Mega Interior Design, tolle Ausstattung, hübsche Menschen und sehr netter sowie professioneller Service. Wir haben uns total wohl gefühlt.

Wer es klassisch mag, dem empfehle ich das Chez Fernand auf der Rue Guisarde. Eine ganz traditionelle, einfache Brasserie mit karierten Tischdecken. Eng bestuhlt, mittelmäßig freundlicher Service aber einfach lecker. Das Bœuf Bourguignon ist hier die Spezialität. Gerade für Mittags immer eine gute Wahl.

Wer etwas ganz besonderes sucht, dem empfehle ich das L’Arpège von Alain Passard. Ein mit 3 Michelin-Sternen ausgezeichnetes Restaurant, welches sich aber von allen anderen Gourmet-Tempeln abhebt. Hier wird rein vegetarisch gekocht. Es ist für mich eine Sensation ohne Fleisch oder Fisch 3 Sterne zu erkochen. Mittags gibt es das Tasting Menü für 140 Euro, Abends muss man 380 legen. Und Vorsicht: Am Wochenende geschlossen.

Weitere kulinarische Tipps von mir: Die Clown Bar, eine coole Weinbar/Bistro auf der Rue Amelot, sowie das Le Train Bleu, ein traditionsreiches Restaurant im Bahnhof Gare de Lyon. Die Räumlichkeiten sind sensationell pompös und atemberaubend schön. Coco Chanel, Brigitte Bardot, Jean Cocteau und viele andere haben hier schon gegessen. Zugegeben, der Laden ist ein wenig „tourimäßig“ und das Essen ist keine Sensation, aber sogar eine Szene von „Mr. Bean macht Ferien“ wurde hier gedreht – wunderbar schräg.

Brasserie Réjane

Empfehlungen zum Thema Sightseeing spare ich mir an dieser Stelle weitestgehend. Das können andere besser. Ein Highlight für mich ist aber sicherlich die Rodin Ausstellung mit Werken von Auguste Rodin selbst, aber auch diversen anderen großen Künstlern. Rodin war nämlich nicht nur Künstler sondern leidenschaftlicher Sammler. „Der Denker“ steht übrigens im Garten des Komplexes.

Jeder Paris-Trip geht auch mal zu Ende. Die kurze Uber-Fahrt vom Hotel zum Gare du Nord hinter uns, ist die Rückreise im Thalys so entspannt, dass das Abreisen kaum weh tut.

Bis zum nächsten Mal, Paris!