Trip nach Österreich

Ein Reisebericht aus Salzburg und Werfenweng

Ein paar Tage Skilaufen bzw. Entspannen bei Wellness, gutem Essen und frischer Bergluft. Was gibt es Besseres um ein bisschen runter zu kommen? Wir haben uns also für einen Trip nach Österreich entschieden. Ok, Österreich ist groß – zwischen Arlberg und Berchtesgaden liegen rund 5 Stunden Autofahrt. Es galt also den Plan ein wenig zu konkretisieren.

Bei der Anreise gibt es eigentlich nur zwei ernstzunehmende Alternativen: Fliegen oder Auto fahren. Für hart gesottene Skifahrer kommt eigentlich nur die Anreise mit dem vollgepackten Auto in Frage – inklusive Skiern, Skischuhen, dicken Klamotten und so weiter. Da bei uns der „Entspannungsfaktor“ ganz weit oben auf der Prioritäten-Liste stand und Eurowings ganz vernünftig bepreiste Flüge ab Düsseldorf direkt nach Salzburg angeboten hat, haben wir uns für die Anreise per Flugzeug entschieden.

Salzburg

Kultur pur

Einen kurzen Aufenthalt in Salzburg hielten wir für eine super Idee, da ich persönlich noch nie wirklich dort war (außer mal durchgefahren). Abgesehen davon haben wir nur 40 Minuten Bahnfahrt von Salzburg entfernt ein tolles Ski- und Wellness Resort entdeckt. Die Eckdaten standen also: Flug von Düsseldorf nach Salzburg, eine Nacht dort und dann für 4 Tage nach Werfenweng.

Bei der Recherche nach einem schönen Hotel in Salzburg bin ich recht schnell auf das Hotel Goldgasse gestoßen: ein kleines Boutique Hotel in einem historischen Gebäude und Mitglied bei den Small Luxury Hotels of the World (SLH). Damit habe ich bisher immer sehr gute Erfahrungen gemacht. Gefunden und gebucht!

Der erste Tag in der Mozart-Stadt

In Salzburg morgens um 8 Uhr angekommen und nach einem sehr freundlichen Empfang in unserem Hotel, begannen wir erstmal mit einem guten Frühstück, um dann gestärkt in einen Tag voller Sightseeing und Erlebnissen zu starten. Zunächst gab es eine rund 2-stündige „hop-on“ Bustour zur Orientierung. Salzburg ist ziemlich klein aber wunderschön und es gibt viel zu sehen. Anschließend eines der Highlights: Mozarts Geburtshaus in der Getreidegasse. Das ist wirklich sehenswert, nicht nur für Mozart-Fans. Die Wände erzählen förmlich Geschichten.

Zeit für eine Pause: Geht unbedingt ins Hotel Sacher (auf der anderen Seite des Flusses Salzach) und setzt euch ins Kaffeehaus. Das Preis-Leistungsverhältnis ist nicht das Beste und alles ist unheimlich antiquiert und in die Jahre gekommen. Aber es ist so herrlich kitschig und gehört einfach dazu. Die original Sacher Torte für 7,10 Euro hat mir nicht mal sonderlich gut geschmeckt und der Cappuccino für 4,50 war wässrig, aber egal. Ich hab es in vollen Zügen genossen. Muss sein!

Danach ging es ein paar Meter weiter in Mozarts Wohnhaus. Etwas weniger spektakulär als das Geburtshaus, aber ebenfalls einen Besuch wert. Das Haus wurde im Krieg zur Hälfte zerstört und erst in den 90ern wieder originalgetreu aufgebaut. Um 19 Uhr fand ein Mozart Klaviersonaten-Konzert mit Sergej Popov in der Erzabtei St. Peter statt, für welches wir spontan Tickets bekommen haben. Das war wirklich ein fantastischer Abschluss eines Tages volles Kultur und Highlights.

Dinner & Übernachtung

Dann war es endlich Zeit für das Dinner im Gasthof Goldgasse der zu unserem Hotel Goldgasse gehört. Hier serviert man feine Salzburger Küche, sowohl klassisch als auch teilweise mit einem modernen Twist. Das Haus ist wunderbar urig in dieser kleinen Gasse gelegen (durch die keine Autos fahren können) und hat den Charme vergangener Tage bewahrt, ohne angestaubt zu wirken. Besonders hervorzuheben ist der super freundliche, fantastische Service. So etwas haben wir selten erlebt und gibt den entscheidenden Ausschlag um Gäste wirklich zu begeistern.

Wir wählten ein klassisches Backhendl mit Kartoffelsalat sowie eine vegetarische Sellerie-Tarte mit Ziegenkäse. Wir nahmen dank Empfehlung des Servicepersonals dazu einen österreichischen Cuvee eines Top-Winzers und wurden nicht enttäuscht: 2008er Tridendron von Ernst Triebaumer aus dem Burgenland. Der Wein passte perfekt zu beiden Gerichten. Das Essen war richtig lecker, ehrlich und ohne viel schi-schi.

Dann endlich zum Wichtigsten, dem Dessert: Original „Salzburger Nockerln“. Ein Dessert welches ich noch nie gegessen habe und auch nicht nochmal essen muss. Es kommt ein unglaublicher großer „Haufen“ eines gebackenen Zucker-Eiweiß-Gemisches welches mit Eigelb, Mehl und Vanillezucker verfeinert und mit Marmelade und Eis serviert wird. Es erinnerte von der Konsistenz ein wenig an ein Omelette und machte auch genauso satt. Wir fanden es gut, aber an den klassischen Kaiserschmarn kam es nicht ran. Abgerundet wurde das ganze von einem 1991er Ruster Ausbruch von Markus Fischl – ein mega Süßwein mit leichten Sherry Noten. Danach passte wirklich nichts mehr rein – gut, dass wir in weiser Voraussicht keine Vorspeise bestellt hatten. Die nötige Bettschwere war da!

Und geschlafen haben wir tatsächlich richtig gut. Nicht nur, dass die wunderschönen Zimmer zur ruhigen Goldgasse gelegen sind, auch die Betten waren großartig. Ich neige fast dazu, zu sagen sie waren genauso gut wie meine Lieblingsbetten aus den besten Sofitel Häusern wie z.B. in München oder Frankfurt. Die wenigen Zimmer im Hotel Goldgasse sind individuell und liebevoll eingerichtet. Unseres war recht bunt dank dem Namensgeber „Papageno“. Ein kleiner Smeg-Kühlschrank, eine Nespresso Maschine, hochwertige Bad Utensilien und schöne Accessoires haben das Rundum-Wohlfühl-Paket abgerundet.

Nochmal Sightseeing & Weiterreise

Am nächsten Morgen gab es nochmal das leckere Hotel-Frühstück – klein aber fein. Die Auswahl ist überschaubar aber alles sehr hochwertig, schön angerichtet und auch hier wieder durch einen fantastischen Service abgerundet. Kaum war meine Tasse leer, hat die liebe Katharina sie wieder mit Bio-Kaffee aufgefüllt. Besonders zu erwähnen: die hausgemachten Waffeln mit Erdbeeren und Nutella. Bester Start in den Tag (Wenn man nicht gerade auf „low carb“ unterwegs ist. Wir waren es jedenfalls nicht)!

Nach einem Besuch der Festung Hohensalzburg (ein Muss für jeden Salzburg-Touri – sensationeller Blick auf die Stadt und interessante Museen in der Festungsanlage), war es dann Zeit für die Abreise nach Werfenweng. Mit dem Zug vom Salzburger Hauptbahnhof in nur 40 Minuten erreichbar.

Werfenweng

Wellness, Schnee und Sonne

Ab jetzt hieß es: 3 Nächte und knapp 4 Tage entspannen im Schnee bei gutem Essen, Wellness und etwas Skifahren im Travelcharme Bergresort Werfenweng. Das 4-Sterne Superior Haus ist noch ziemlich neu und lässt eigentlich keine Wünsche offen. Der erste Eindruck vom modernen Zimmer war gut, insbesondere der Blick vom großen Balkon hat uns gefallen. Bei Sonnenschein kann man sich hier bräunen oder auch den Sonnenuntergang genießen.

Essen & Trinken

Wir entschieden uns für das GenussPlus Paket inklusive Frühstück, Nachmittags-Snack und Abendessen. Das hat sich gelohnt! Das Travelcharme Werfenweng bietet 3 Restaurants: Ein Gourmet-Restaurant (mit Haube), ein großes Restaurant (Feinspitz) in dem auch das morgendliche Frühstücksbüffet stattfindet und die meisten Hotelgäste abendessen, sowie ein uriges Gasthaus. Letzteres ist rund 400 Jahre alt und heißt Stroblhaus. Eines Abends haben wir hier gegessen und uns köstlich mit dem Wirt amüsiert. Die Kasnock’n und das Wildragout waren richtig gut und vor allem reichlich. Als Nachtisch gab es eine Runde „Nagel in den Baumstamm hauen“ – ziemlich erfolglos im Vergleich zu den Einheimischen. Die beiden Dinner im Hauptrestaurant haben uns ebenso gut gefallen. Man genießt täglich mindestens ein 3-Gang Menü und hat die Wahl zwischen Fisch, Fleisch oder vegetarisch. Auch das Frühstück war klasse und nahezu auf 5 Sterne Niveau.

Das Spa im Travelcharme

Ok, wir haben nicht nur gegessen (aber fast). Der Spa Bereich im Hotel ist sensationell. Morgens starteten wir mit ein paar Bahnen im beheizten Außen-Panorama-Pool in den Tag. Nachmittags gab es einige Sauna Gänge mit Aufgüssen und Entspannung bei einer Traubenkernöl-Massage und einer ayurvedischen Gesichtsbehandlung. Der heiße Whirlpool außen im Schnee ist ebenso großartig wie die Wärmeliegen zum Ausruhen. Viel besser kann ein Spa nicht sein. Für Fitnessfreaks, die es auch im Urlaub nicht lassen können, gibt es ein ordentliches Gym, einen Gymnastikraum und sogar Kurse (not for me).

Berghütte Auszeit

Vom Skiraum des Hotels läuft man nur 2 Minuten zur Gondel, die dich zur Berghütte „Auszeit“ bringt. Von hier hat man einige schöne Abfahrtsmöglichkeiten und die Hütte bietet leckere Schmankerl bei einer sensationellen Aussicht. Ein weiterer Tipp: Das Nachtrodeln. Hier fährt man auf Schlitten bei Flutlicht zwischen 19 und 22 Uhr von der Mittelstation bis ins Tal. Wir waren danach komplett nass und unterkühlt – aber glücklich (nächstes Mal würde ich Skiklamotten anziehen). Da half dann aber der Digestif an der Hotelbar und wärmte uns von Innen.

Nach 3 Nächten in Werfenweng ging es dann mit dem Shuttle wieder direkt an den Flughafen Salzburg und zurück nach Düsseldorf. Ein rundum gelungener Trip. Wir kommen wieder!